Insieme

Berufsvorbereitung

Jugendliche mit geistiger Behinderung haben individuelle Berufswünsche. Nicht alle werden sich als realistisch erweisen. Die Berufsvorbereitung hilft ihnen, eine gute Wahl zu treffen Hier werden die Weichen gestellt und die Möglichkeiten geklärt. Sie legt den Grundstein für eine spätere Ausbildung und das zukünftige Arbeitsleben. Die Vorbereitung auf die Berufswelt beginnt normalerweise in den letzten Jahren der obligatorischen Schulzeit.

Bei stärker beeinträchtigten Jugendlichen dauert die Schulzeit meistens bis 18. Diese Verlängerung ist pädagogisch und praktisch begründet: Aus pädagogischer Sicht erfolgt die Verlängerung der Schulzeit, weil Kinder mit einer geistigen Behinderung langsamer lernen und ihre Entwicklung oft verzögert verläuft. Sie erhalten damit mehr Zeit für die wichtige Übergangszeit. Der praktische Grund liegt in der Altersgrenze für den Eintritt in eine Institution. Erst mit 18 ist dies möglich. Aber auch das fehlende Angebot an Berufsausbildungen für sie führt dazu, dass sie länger in der heilpädagogischen Schule bleiben.

Ob eine Lehre möglich ist oder nicht: Das Potential der Jugendlichen mit geistiger Behinderung gilt es auch nach 16 zu fördern. Es gilt, alle Optionen auszuschöpfen und nichts unversucht zu lassen, um eine Anschlussmöglichkeit zu organisieren.

Brückenangebote und berufsvorbereitende Massnahmen

Für Jugendliche, deren Berufsausbildung nicht unmittelbar nach der obligatorischen Schule beginnt, sind Überbrückungsangebote und alternative Anschlussmöglichkeiten gefragt. Das können z.B. spezielle Angebot während der verlängerten Sonderschule, Schnupperlehren, Vorlehren oder Integrationskurse/-klassen sein.

Diese Angebote und deren Finanzierung sind kantonal sehr verschieden ausgestaltet. Entsprechend läuft auch die Finanzierung der Angebote unterschiedlich. Eine Steuergruppe hat zwischen 2005 und 2010 unter der Leitung der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) die Situation der „Nahtstelle“ zwischen obligatorischer Schule und Sekundarstufe II (u.a. Berufslehren) überprüft und Empfehlungen an die Kantone abgegeben. Mit Abschluss der Projektphase setzt die EDK nun auf eine breite Vernetzung mit verschiedenen Organisationen, u.a. auch mit der IV. Bis 2015 sollen die Grundgedanken aus dem Schlussbericht mit den Verbundpartnern verbindlich verankert werden.

Berufsberatung

Um eine Verfügung der IV für berufliche Massnahmen zu erreichen, ist die Inanspruchnahme der regionalen IV-Berufsberatung zwingend. Die Berufsberater/innen klären die Fähigkeiten und Interessen der Versicherten ab. Gemeinsam mit den Betroffenen erörtern sie, welche Berufe in Frage kommen und welche Ausbildung passend für sie wäre. Ausserdem wird die zukünftige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eingeschätzt. Die „Verwertbarkeit der Arbeitsleistung“ steht leider zunehmend im Vordergrund. Sie ist ausschlaggebend für die Verfügung von beruflichen Massnahmen. Die Jugendlichen werden anschliessend an eine Institution und/oder Stellenvermittlung verwiesen, welche sich der weiteren Schritte (weitere Bedürfnisabklärungen, Suche nach einem Ausbildungsplatz, Begleitung, etc.) durchführt.

Es ist wichtig, dass sich Betroffene und Angehörige aktiv in den Prozess einbringen und auf eine ausführliche und individuell ausgerichtete Beratung bestehen – sie bildet das Fundament für die berufliche Zukunft der Jugendlichen. Es lohnt sich auch der Versuch, die allgemeine Berufsberatung hinzu zu ziehen.

Zum Lesen

Berufsberatung

Informationen zu regionalen Brückenangeboten.

Portal berufsberatung.ch

Adressen IV- und allgemeine Berufsberatungsstellen.

Nahtstelle Transition

Projekt “Nahtstelle obligatorische Schulzeit – Sekundarstufe II”.

Persönliche Zukunftsplanung

Individuelle und personenzentrierte Zukunftsplanung in allen Lebensbereichen.

“Orientierungsstufe – Perron 16″

Beispiel für die gezielte Berufsvorbereitung während der obligatorischen Schulzeit.

Integration und Schule

Integration von Kindern mit Behinderungen im Frühbereich, in die Schule und in die Berufsausbildung.

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Weitere Infos

Das Recht auf Bildung in jedem Alter, auf jeder Bildungsstufe – das ist die Haltung von insieme. Mehr dazu in der Rubrik „Politisches Engagement“.

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